Anders als in vorangegangenen Modellen, geht das neue Vorsorgekonzept des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) über die körperliche Untersuchung hinaus. Bei den vier Vorsorgestufen U7a, U10, U11 und J2 spielt auch die wichtige Früherkennung von Entwicklungs-, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen eine tragende Rolle.
Im Rahmen der Untersuchungen klärt der Arzt auch über allgemeine Themen wie Allergien, Gewalt, Zahnpflege und Ernährung, Medienverhalten, Sexualität, Sucht usw. auf.
U 7a (3 Jahre (33-36 Monate))
Die U 7a ist die erste der zusätzlichen Frühererkennungs-Untersuchungen, die eine Lücke zwischen den bisherigen Vorsorge-Terminen schließen soll, um eine bessere Prävention in dieser, für die Entwicklung Ihres Kindes entscheidenden Alterstufe zu ermöglichen.
Bei der U7a mit 3 Jahren geht es vor allem um folgende Schwerpunkte:
Erkennen und Behandlungseinleitung von
allergischen Erkrankungen
Sozialisations- und Verhaltensstörungen
Übergewicht
Sprachentwicklungsstörungen
Zahn-, Mund- und Kieferanomalien
Ziel- und Schwerpunkte der Untersuchung:
allergische Erkrankungen
Sozialisations- und Verhaltensstörungen
Adipositas
Sprachentwicklungsstörungen
Zahn-, Mund- und Kieferanomalien
Ziel- und Schwerpunkte der Primärprävention:
Unfallprävention
Gewaltprävention
Allergieprävention
Zahnpflege
Ernährungsberatung
Aufklärung Sprache
problematischer Umgang mit Suchtmitteln in der Familie
UV-Beratung
U10 (7-8 Jahre)
Die U10 ist die erste zusätzliche Früherkennungs-Untersuchung im Schulalter.
Sie soll eine große Lücke zwischen den bisherigen Terminen (U9 mit 5 Jahren und J1 mit 12 bis 14 Jahren) schließen, um eine bessere Prävention in dieser, für die Entwicklung Ihres Kindes entscheidenden Altersstufe zu ermöglichen:
Bei der U10 im Alter von 7-8 Jahren geht es vor allem um folgende Schwerpunkte:
Erkennen und Behandlungseinleitung von umschriebenen Entwicklungsstörungen, z.B.
Lese-Rechtschreibestörungen
Rechenstörungen
Störungen der motorischen Entwicklung
Verhaltensstörungen (z.B. ADHS)
Ziel- und Schwerpunkte der Untersuchung:
Schulleistungsstörungen
Sozialisations- und Verhaltensstörungen
Zahn-, Mund- und Kieferanomalien
Medienverhalten
Ziel- und Schwerpunkte der Primärprävention:
Bewegung/Sportförderung
Unfallprävention
Gewaltprävention
problematischer Umgang mit Suchtmitteln in der Familie
Allergieprävention
Ernährungsberatung
Medienberatung
Schulberatung
UV-Beratung
U11 (9-10 Jahre)
Die U11 ist eine weitere zusätzliche Früherkennungs-Untersuchung, die die große Lücke zwischen den bisherigen Terminen U9 und J1 schließen soll, um eine bessere Prävention im für die Entwicklung Ihres Kindes entscheidenden Schulalter zu ermöglichen:
Bei der U11 mit 9 bis 10 Jahren geht es um folgende Schwerpunkte:
Erkennung und Behandlungseinleitung von Schulleistungsstörungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferanomalien und gesundheits-
schädigendem Medienverhalten.
Diese Untersuchung soll unter anderem der Bewegungs- und Sportförderung dienen, den problematischen Umgang mit Suchtmitteln erkennen und verhindern helfen, aber auch gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen (unter anderem Ernährungs-, Bewegungs-, Stress-, Sucht- und Medienberatung).
Ziel- und Schwerpunkte der Untersuchung:
Schulleistungsstörungen
Sozialisations- und Verhaltensstörungen
Zahn-, Mund- und Kieferanomalien
Ziel- und Schwerpunkte der Primärprävention:
Bewegung/Sportförderung
Unfallprävention
Gewaltprävention
problematischer Umgang mit Suchtmitteln in der Familie
Allergieprävention
Ernährungsberatung
Medienberatung
Schulberatung
UV-Beratung
J2 (16-17 Jahre)
Die J2 ist eine zusätzliche Früherekennungs-Untersuchung im späten Jugendalter, um eine bessere Prävention in dieser für die Entwicklung des/der Jugendlichen so entscheidenden, aber in der medizinischen Versorgung oft vergessenen Altersstufe zu ermöglichen:
Bei der J2 mit 16-17 Jahren geht es vor allem um folgende Schwerpunkte:
Erkennen und Behandlungseinleitung von
Pubertäts- und Sexualstörungen
Haltungsstörungen
Kropfbildung
Diabetes-Risiko
Sozialisations- und Verhaltensstörungen
Beratung bei der Berufswahl
Ziel- und Schwerpunkte der Untersuchung:
Pubertätsstörungen
Haltungsstörungen
Struma
Adipositas
Risiko - Diabetes mellitus Typ 2
Metabolisches Syndrom
Sozialisationsstörungen
Verhaltensstörungen
Ziel- und Schwerpunkte der Primärprävention:
Bewegung/Sportförderung
Unfallprävention
Gewaltprävention
problematischer Umgang mit Suchtmitteln in der Familie
Allergieprävention
Ernährungsberatung
Sexualität/Antikonzeption/HIV
UV-Schutz/Melanom-Prävention
Medienberatung
Partnerschaft und Familie
Beratung zur Berufswahl
Auszug aus: Gesundheits-Checkheft für Kinder und Jugendliche
U7a | alle Kassen | |
U10 | BEK, GEK, BKK, KKH-Allianz, BIG | |
U11 | BEK, GEK, BKK, KKH-Allianz, BIG | |
J2 | BEK, GEK |
Sollte Ihre Kasse hier nicht aufgeführt sein, kann sich ein Antrag auf Kostenerstattung trotzdem lohnen. Einige Kassen signalisieren Interesse an diesen Vorsorgeangeboten, so dass eventuell eine Kulanzlösung möglich ist.
Die neuen Leitlinien zur Prävention von Allergien bei Kleinkindern wenden sich in einigen Punkten von den bisherigen Vorgaben ab. Für Eltern allergiegefährdeter Kinder im ersten Lebensjahr vereinfachen die neuen Regeln die Ernährung des Säuglings.
Die wesentlichsten Neuerungen:
Bei familiärem Risiko für atopische Erkrankungen wird von der Katzenhaltung nach wie vor abgeraten, da dadurch das Risiko für Ekzemerkrankungen um ein Vielfaches steigt.
Eine große deutsche Studie widerlegt die Angst mancher Eltern, dass Impfungen in den ersten 12 Lebensmonaten ein erhöhtes Allergie-Risiko bergen.
Das Ergebnis der Studie zeigt sogar, dass die Häufigkeit allergischer Erkrankungen bei Kindern, die im ersten Lebensjahr alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen erhalten haben, leicht sinkt. So zeigte sich bei Kindern mit vollem Impfschutz z.B. eine um 14 Prozent niedrigere Anfälligkeit für Heuschnupfen. Die Asthmaprävalenz verringerte sich um etwa 10 Prozent
Die erste sogenannte KIGGS-Studie (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen) wurde von 2003 bis 2006 vom Robert-Koch-Institut durchgeführt. Dabei gingen Daten von über 17000 Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahre in die Studie ein.
Gerade bei Erkältungskrankheiten können klassische Hausmittel durchaus hilfreich sein. Hier eine kurze Übersicht, welche Maßnahmen wann helfen.
WARME WICKEL
Gegen Husten und Bronchitis helfen warme Brustwickel. Dabei sind heiße Kartoffeln besonders gut geeignet, da sie die Wärme lange speichern. Kochen Sie dazu Pellkartoffeln, die Sie anschließend zerdrücken und in ein Tuch oder Handtuck einwickeln. Das ganze auf die Brust legen und mit einem Schal oder einer Mullbinde für etwa eine Stunde fixieren. Achten Sie darauf, dass der Wickel nicht zu heiß ist!
ZWIEBELTEE / ZWIEBELSAFT
Der Klassiker bei Reizhusten: Kochen Sie dazu Zwiebeln und Kandiszucker zu gleichen Teilen auf. Den Topf vom Herd nehmen, wenn sich der Zucker im Sud aufgelöst hat. Die Flüssigkeit durch ein Sieb seihen und abkühlen lassen. Danach können Sie den Sud in der Tasse als warmen Tee trinken oder als Hustensaft dreimal täglich einen Esslöffel zu sich nehmen.
HEISSE HÜHNERSUPPE
Bei Erkältungssymptomen hilft heiße Hühnersuppe in mehrfacher Hinsicht. Zum einen fördert sie den Ablauf der Nasensekrete, wobei ein Großteil der Erkältungsviren aus dem Körper geschwemmt wird. Darüberhinaus blockt sie die weißen Blutkörperchen und hilft dadurch die Entzündung an den Schleimhäuten zu lindern.
Wie erkenne ich, ob mein Kind hyperaktiv ist? Wie diese Hyperaktivität entsteht, weiß noch niemand genau. Bekannt sind allerdings die wichtigsten zwei Merkmale:
Das Kind ist fast ununterbrochen in Bewegung.
Und es kann sich nicht lange konzentrieren, sondern lässt sich durch jede Kleinigkeit ablenken.
Deshalb heißt dieses Syndrom in der Fachsprache "Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung" (ADHS).
Je schwerer die Störung ist, um so früher fällt sie auf. Manchmal bewegt sich ein hyperaktives Kind tatsächlich schon als Ungeborenes im Mutterleib heftiger. Als Baby schreit es oft ausdauernder und schriller als andere Kinder. Später bringt es durch seine ständige Zappeligkeit selbst die geduldigsten Eltern zur Verzweiflung. Und dies schon häufig am Morgen, wenn das selbständige Anziehen und Fertigmachen für die Schule “stundenlang” dauert.
Wenn Sie mehr Sicherheit wollen, ob Ihr Kind nur lebhaft oder hyperaktiv ist, können Sie diesen einfachen Test (nach Conners/Setinhausen) machen.
| überhaupt nicht | ein wenig | ziemlich | sehr stark |
Ihr Kind | 0 | 1 | 2 | 3 |
| O | O | O | O |
| O | O | O | O |
| O | O | O | O |
| O | O | O | O |
| O | O | O | O |
| O | O | O | O |
| O | O | O | O |
| O | O | O | O |
| O | O | O | O |
Zählen Sie die angekreuzten Punkte zusammen. Sind es 15 oder mehr, besteht ein starker Verdacht auf Hyperaktivität. Das gilt jedoch nur für Kinder, deren Verhaltensauffälligkeiten bereits vor dem fünften Geburtstag begonnen haben, nicht nur in bestimmten Situationen auftreten und mind. seit einem Jahr anhält.
Wie wissen Eltern, ob sie das Richtige tun?
Viele Eltern sind unsicher, ob sie den Anforderungen der Elternschaft in der modernen Gesellschaft gewachsen sind. Kinder großzuziehen ist eine schwere Aufgabe und harte Arbeit. Leider gibt es keine Patentrezepte. Eine wichtige Informationsquelle kann die Ärztin/der Arzt sein. So können häufige offene Gespräche mit der Ärztin/dem Arzt über das Verhalten und die Entwicklung des Kindes eine Hauptrolle für die Betreuung spielen. Zudem gibt es viele Bücher über Kindeserziehung, auch Kurse für Eltern (Infos bei Selbsthilfegruppen) werden angeboten.
Allerdings hat Erziehung nicht nur mit Wissen zu tun, sondern muss auch vom Gefühl her getragen werden. Denken Sie immer daran: Das Kind ist nicht so, weil es Sie ärgern will. Es kann nicht anders!
Seit einigen Jahren hat sich ein Begriff eingebürgert, der als Synonym für jugendliche Alkoholexzesse immer wieder in den Medien auftaucht: Komasaufen. Dass der Begriff durchaus seine Berechtigung hat, bestätigen wiederkehrende Meldungen über medizinische Notfälle bis hin zu vereinzelten Todesfälle nach exzessivem Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, mussten allein 2008 mehr als 25000 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren wegen Alkoholmissbrauchs stationär behandelt werden. Auffällig dabei ist, dass sich der Anteil der betroffenen Mädchen zunehmend erhöht. Insgesamt sind die Zahlen von 2008 um 170 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 gestiegen!
Verbote nutzen meist wenig - um Kinder und Jugendliche vor den Gefahren übermäßigen Alkoholgenusses zu schützen, müssen diese zu einem selbständigen und verantwortlichen Umgang mit Alkohol erzogen werden. Bereits im Jahre 2008 hat der brandenburgische Suchtexperte Dr. Johannes Lindenmeyer, Leiter der Salus-Klinik in Lindow, ein entsprechendes Präventionsprogramm unter dem Titel "Lieber schlau als blau" entwickelt.
Das Konzept ist als "Trinkschulung" zu begreifen, in deren Rahmen Jugendliche bestimmte, vorher vereinbarte Alkoholmengen konsumieren, um mit den unterschiedlichen Wirkungen vertraut zu werden. Unter Alkoholeinfluss werden dann Leistungstests unternommen, deren Ergebnisse mit den (vorher fixierten) Erwartungen der Probanden verglichen werden.
Kritiker, die eine generelle Alkoholabstinenz unter Jugendlichen fordern, werfen Lindenmeyer vor, mit seinem Programm die Bemühungen, Jugendliche vom Alkohol fern zu halten, zu konterkarieren.
Chatrooms, Facebook, Youtube, Wer-kennt-Wen, schülerVZ... - sogenannte "soziale Internetdienste" sind für einen Großteil der Kinder und Jugendlichen zu einem festen Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung geworden. Dabei wissen Eltern häufig wenig darüber, was ihr Kind im Internet treibt, welche Informationen es von sich preisgibt, mit wem es Kontakt hält und was es zu sehen bekommt. Eine riesige virtuelle Welt mit vielen dunklen Winkeln und (fast) keinen Regularien.
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (MPFS) hat in seiner KIM-Studie (KInder und Medien) aus dem Jahre 2008 über 1200 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren über ihren Umgang mit den Medien befragt.
Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass Jungen deutlich größeres Interesse zeigen und wesentlich mehr Zeit den Themen Computer und Medien widmen als ihre weiblichen Altersgenossen. Während 17 Prozent der Mädchen angeben "sehr interessiert" am Internet zu sein, liegt dieser Wert bei den Jungs mit 30 Prozent fast doppelt so hoch.
Von den ebenfalls befragten Eltern gaben 85 Prozent an, im Haushalt über einen Internetanschluss zu verfügen. Über einen eigenen Computer verfügen 12 Prozent der Mädchen und 18 Prozent der Jungen. Glatte 100 Prozent aller Web-Nutzer unter den befragten Kindern gaben an, täglich im Internet zu surfen.
Gefahren gehen dabei einerseits von einer möglichen Internet-Sucht des Kindes, andererseits von nicht-kindgerechten Inhalten (Pornographie, exzessive Gewaltdarstellung u.a.) aus, die in der Regel auch für kleine Kinder ohne Probleme (und häufig unbeabsichtigt) anzusteuern sind. Gerade in Internet-Communities wie SchülerVZ oder Wer-Kennt-Wen, wo häufig Unmengen an virtuellen (in der Realität aber anonymen) Freunden verwaltet werden, kann es im Extremfall sogar zu sexuellen Annäherungsversuchen kommen - auch von pädophil veranlagten Erwachsenen, die diese Plattformen ebenfalls nutzen.
Wie kann ich mein Kind schützen?
Legen Sie zusammen mit Ihrem Kind fest, wie oft und wie lange es im Internet unterwegs ist und welche Inhalte von besucht werden können. Achten Sie darauf, dass genügend Zeit für anderweitige Beschäftigungen bleibt.
Sprechen Sie die erstellten Regeln nach Möglichkeit auch mit den Erziehungsberechtigten der Freunde Ihres Kindes ab.
Lassen Sie sich von Ihrem Kind seine/ihre bevorzugten Internetseiten zeigen, bevor Sie deren Nutzung zustimmen (dies gilt selbstverständlich auch bei Computer- und Konsolenspielen). Prüfen Sie vor allem, welche persönlichen Daten und Fotos Ihr Kind ins Internet stellt, denn es gilt: das Internet vergisst nichts! Was heute als lustig empfunden wird kann später zum Problem werden (z.B. bei der Stellenbewerbung).
Um Ihr Kind vor dubiosen Annäherungsversuchen zu schützen, sollten darüber hinaus persönliche Daten, wenn überhaupt, nur in geschlossenen Communities zugänglich sein - auf keinen Fall für jedermann! In einer weiteren Studie gaben 19 Prozent der befragten Kinder und Jugendliche an, 2009 mindestens ein Mal mit unerwünschter sexueller Kontaktaufnahme konfrontiert gewesen zu sein.
Bieten Sie Ihrem Kind aktiv alternative Freizeitangebote an (z.B. gemeinsam spielen oder Sport treiben, Ausflüge etc.)
Unterläuft Ihr Kind vorsätzlich die aufgestellten Regeln, können auch technische Sperren bestimmter Internetinhalte in Erwägung gezogen werden. Die meisten Browser-Programme (z.B. Firefox, Internet Explorer) bieten entsprechende Beschränkungs-Möglichkeiten (dabei besteht allerdings die Gefahr, die Lust am Verbotenen zu wecken. Technische Sperren ersetzen in keinem Fall das Gespräch mit Ihrem Kind!)
Depressionen können bereits bei kleinen (Vorschul-)Kindern auftreten. Mit der Pubertät erhöht sich das Risiko für depressive Gemütszustände nochmals deutlich. Bemerken Eltern, dass ihr Kind traurig und niedergeschlagen ist, sollten sie dies ernst nehmen.
Bei kleinen Kindern (vor Schulbeginn) kann sich die depressive Verstimmung körperlich als Schlafstörung, fehlender Appetit und nicht identifizierbare Magenschmerzen äußern. Äußerlich kann die Depression mit reduzierter Mimik, Gereitztheit sowie fehlendem Antrieb und Freude am Spielen einher gehen.
Schulkinder sind besser in der Lage, ihren Gemütszustand (traurig, einsam, wertlos) mitzuteilen.Parallel verschlechtern sich häufig die schulischen Ergebnisse. Da das Störpotential der Betroffenenin der Regel gering ist (im Gegenteil zu kleinen ADHS-Patienten), bemerken ihre Lehrer häufig nichts von der Krankheit.
Besonders problematisch ist die Pubertätsphase, da es hier oftmals schwierig ist, ernste Depressionen von allgemeinen Krisen, die in diesem Alter sehr häufig auftreten, zu unterscheiden. Dazu trägt auch das in diesem Alter normale Abwehrverhalten gegen elterliche Fürsorge bei, so dass es für Eltern besonders schwierig ist, die Gefühle ihres Kindes zu verstehen.
Bei Kindern und Jugendlichen in der Pubertät äußert sich die Depression (ähnlich wie bei Erwachsenen) als Niedergedrücktheit, Konzentrationsproblemen, Schlafstörungen und zunehmender sozialer Isolierung. Manchmal kann es auch zu unnormaler Gewichtszunahme oder -Abnahme kommen
Wie ernst das Problem genommen werden muss, zeigt die Suizid-Statistik. Demnach rangiert Selbstmord in der europäischen Rangliste der Todesursachen bei Kindern und Jugendlichen auf dem zweiten Platz, nur übertroffen von der Tötung durch Verkehrsunfälle. Fast 90 Prozent der jugendlichen Suizidopfer weisen einen psychiatrischen Befund auf.
Wie die Fachzeitschrift MMW-Fortschritte in der Medizin berichtet, liegt bei 15-19-Jährigen Mädchen die Anzahl von Suizid-Versuchen mit drei von 1000 höher als bei Erwachsenen und Jungs im gleichen Alter.Besonders gefährdet sind dem Fachblatt zufolge Kinder in Armutsumgebungen und "instabilen sozialen Verhältnissen". Weiterhin stellen neuerdings Mobbing (für Täter und Opfer) sowie ein "Migrationshintergrund" erhöhte Risikofaktoren dar. Die Wiederholungsrate beziffert MMW-Fortschritte in der Medizin mit 50 Prozent.
Sexueller Missbrauch von Kindern ist derzeit eines der am heißesten diskutierten Themen in Deutschland. Doch nicht nur in kirchlichen Einrichtungen, Internaten und sonstigen offiziellen Einrichtungen kommt es zu Übergriffen auf Kinder. Die jährlich ca. 300000 (!) sexuellen Annäherungen (wobei zwei Drittel der Vorfälle auf Mädchen, ein Drittel auf Jungen entfallen) finden überwiegend im Familien- und Bekanntenkreis statt, von Personen, die das Vertrauen der späteren Opfer genießen.
Die Fachzeitschrift "jung & gesund" gibt an, dass bei den betroffenen Mädchen 30 Prozent der Täter Verwandte des Opfers sind. 45 Prozent der Vorfälle kommen demnach aus dem Bekanntenkreis. Bei lediglich 25 Prozent handelt es sich um dem Kind unbekannte Täter. Bei den Vorfällen, bei denen Jungen missbraucht werden, kommen 15 Prozent der Täter aus dem Verwandtenkreis, 50 Prozent sind mit dem Opfer näher bekannt, wobei diese Bekanntschaften sowohl im schulischen Umfeld (Mitschüler, Lehrer), dem Sport (Trainer, Sportkameraden), der Nachbarschaft oder dem elterlichen Freundeskreis bestehen können.
Scheuen Sie sich nicht, bei Verdachtsfällen aktiv zu werden und die jeweilige Person gezielt anzusprechen, dies gilt sowohl für Verwandte und Bekannte, die offensichtlich gegen den Willen Ihres Kindes diesem körperlich nahe kommen, als auch verdächtige Personen, die ohne nachvollziehbaren Grund häufig die Nähe von Spielplätzen, Schulhöfen und sonstigen Aufenthaltsorten von Kindern oder sogar den direkten Kontakt zu den Kindern suchen.
Tun Sie Verhaltensänderungen, die fast immer mit Missbrauch einhergehen, nicht als kindliche Eigenheiten ab. Suchen Sie das Gespräch, wenn Ihr Kind plötzlich bestimmte Orte ohne nachvollziehbaren Grund meiden möchte (Schule, Sport, Besuche bei Verwandten/Bekannten), seine schulischen Leistungen einbrechen, ein unübliches Hygienebedürfnis (ständiges Waschen) eintritt oder es beginnt sich sozial abzukapseln.
Wendet sich Ihr Kind mit konkreten Aussagen an Sie, die auf Missbrauch hindeuten, werden Sie vor allem nicht hysterisch. Reden Sie mit ihm, was Ihr Kind jetzt von Ihnen erwartet. Effektive Hilfe erhalten Sie in einem solchen Fall von einschlägigen Beratungsstellen, wie sie beispielsweise das Bundesfamilienministerium anbietet (im Internet unter www.hinsehen-handeln-helfen.de), oder unter der Adresse www.wildwasser.de.
Sorgen Sie vor, indem Sie Ihrem Kind klar machen, dass es kein für andere verfügbares Objekt ist. Es soll selbst darüber entscheiden können, wieviel körperliche Nähe es bei wem zulassen will. 'Küsschen geben' und 'auf dem Schoß sitzen' sind keine Pflichten, die Ihr Kind zu erfüllen hat. Erklären Sie ihm, dass es nein sagen darf, wenn es nicht will - auch bei Bekannten und Verwandten.
Ein weitere wichtige Komponente zum (Selbst-)Schutz vor Missbrauch ist die sexuelle Aufklärung Ihres Kindes. Schon im Alter von vier Jahren sollten Sie Ihrem Kind erklären, was Sexualität ist und dass diese "nur für Erwachsene" ist. Dabei kann Ihnen einschlägige Literatur, die das Thema kindgerecht aufbereitet, helfen. Nur so kann es unangemessene Annäherungen als solche erkennen und sich (verbal) dagegen wehren. Ohne diese Aufklärung reagieren Kinder verwirrt auf das unangenehme Gefühl, das sie bei solchen Annäherungsversuchen verspüren, und haben häufig Furcht sich anzuvertrauen.
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