20 bis 25 Prozent aller Deutschen haben mit mehr oder minder schweren Allergien zu kämpfen. Die Pollenallergie, im Volksmund auch Heuschnupfen genannt, tritt am häufigsten auf. Auch auf Hausstaub und Tierhaare sind viele Menschen allergisch. Ein geringer Anteil, etwa drei Prozent der deutschen Bevölkerung, ist von der Insektengiftallergie durch Stiche von Bienen oder Wespen betroffen.
Diese ist gefährlicher als Heuschnupfen oder andere Allergien, denn die allergieauslösenden Stoffe (Allergene) gelangen bei Insektenstichen direkt in den Blutkreislauf. Pollen oder Tierhaare hingegen lösen „nur“ in der Nasen- und Augenschleimhaut Beschwerden aus.
Bienen- oder Wespen-Allergiker reagieren daher meist weitaus heftiger als andere Allergiker: Neben dem anaphylaktischen Schock, einer lebensbedrohlichen Allgemeinreaktion des Körpers, können Symptome wie Nesselsucht, schwerer Hautausschlag, Atembeschwerden, Gesichtsschwellung oder Juckreiz am ganzen Körper auftreten. Daher ist es für den Insektengiftallergiker unverzichtbar, in der Zeit des Bienen- oder Wespenflug (April bis November) stets ein Notfallset mit den wichtigsten Medikamenten, also Dosier-Aerosol (Adrenalin), Antihistaminika und Glucocorticosteroide (Steroidhormone) zur Hand zu haben. Dies gilt natürlich besonders für Eltern betroffener Kinder, die auch Kindergärtner, Eltern von Spielkameraden etc. aufklären und mit dem Notfallset vertraut machen sollten. In allen Fällen gilt: Trotz Einsatz des Notfallsets muss umgehend ärztliche Hilfe gerufen werden!
Zur Vermeidung von Insektenstichen sollten von Allergikern während der Flugzeit folgende Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:
Tragen Sie Ihr Notfallset immer bei sich und kontrollieren Sie die Medikamente hinsichtlich der Verfallsdaten.
Die Nähe von Bienevölkern und Wespennestern müssen nach Möglichkeit gemieden werden. Sollten Sie solche in Ihrer Umgebung entdecken, verständigen Sie die Feuerwehr.
Picknicks und Camping sind für Menschen mit schweren Allergien tabu. Ebenso sollten Sie auf das Grillen und die Zubereitung von Speisen im Freien verzichten.
Meiden Sie Orte, an denen Tiere gefüttert werden (auch im Haus).
Meiden Sie Mülleimer und Abfallkörbe im Freien und halten Sie diese in den Wohnräumen gut verschlossen.
Halten Sie Ihren Körper bei der Gartenarbeit stets gut bedeckt: Hut, Handschuhe, lange Ärmel und lange Hosen sind unverzichtbar.
Beim Motorrad- oder Fahrradfahren sollten Sie einen geschlossenen Helm mit Netz und Handschuhe tragen.
Besondere Vorsicht ist beim Blumen- oder Obstpflücken geboten. Wespen befliegen besonders gerne Fallobst. Deshalb ist es ratsam, solche Aktivitäten zu vermeiden.
Schweiß zieht Insekten magisch an. Daher sollten Sie auf sportliche Aktivitäten im Freien verzichten. Dies gilt auch für allergiegeplagte Kinder, die im genannten Zeitraum möglichst nicht draußen spielen sollten.
Gehen Sie im Garten oder auf Wiesen nie barfuß.
Suchen Sie im Auto nach Bienen und Wespen bevor Sie losfahren.
Halten Sie Ihre Wohnungstüren- und Fenster geschlossen. Dies gilt besonders für Ihr Schlafzimmer. Schützen Sie Ihr Bett mit einem Moskitonetz.
Verzichten Sie auf Duftstoffe wie Parfum, Haarspray, Deodorant, Rasierwasser, Sonnencremes etc.
Vermeiden Sie wallende Kleidungsstücke. Insekten können sich in ihnen verfangen. Ebenso sollten Sie auf helle Farben und bunte oder blumige Muster auf der Kleidung verzichten.
Schlagen Sie nicht um sich, wenn Sie von Bienen oder Wespen angegriffen werden. Bleiben Sie ruhig, versuchen Sie Ihren Kopf zu bedecken (mit dem Arm oder einem Kleidungsstück) und entfernen Sie sich langsam.
Wenn Sie trotz alledem gestochen werden, versuchen Sie so schnell wie möglich, den Stachel mit dem Fingernagel wegzukratzen. Ziehen Sie ihn nicht heraus, da sonst Gift in die Haut gedrückt wird. Verwenden Sie Ihr Notfallset und suchen Sie ärztliche Hilfe.
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