25.07.2010

ADHS muss ernst genommen werden

Von: isa

Der Psychiater Dr. Heinrich Hoffmann beschrieb bereits 1845 in seinem Kinderbuch „Der Struwwelpeter“ eine Jungen mit Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitäts-Störung (ADHS): den „Zappelphillip“. Die Erkrankung ist also kein Phänomen unserer hektischen und informationsüberladenen Zeit wie vielfach angenommen wird. Die Ursachen von ADHS sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Jedoch sind sich die meisten Forscher einig, dass es sich dabei um eine Störung der chemischen Abläufe im Gehirn handelt. Des Weiteren scheint bei manchen Betroffenen Alkohol- und Nikotionmissbrauch der Mutter während der Schwangerschaft eine Rolle zu spielen. Fest steht bereits, dass die Krankheit mit genetischen Komponenten zusammenhängt, denn bei ADHS-Kindern tritt sie in der Verwandschaft etwa viermal häufiger auf, als bei Kindern ohne das „Zappelphillip“-Syndrom. Ebenso sicher ist, dass Fehler in der Erziehung die Erkrankung nicht auslösen – wohl aber die Syptome verstärken können.

Etwa 5 Prozent aller Kinder leiden an einer ADHS mit sehr unterschiedlich ausgeprägten Schweregraden. Bei den meisten von ihnen wird sie im Schulalter festgestellt. Jungen sind um ein vielfaches häufiger betroffen als Mädchen.

Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Medikamenten des Wirkstoffes Methylphenidat, das wohl bekannsteste Präparat ist Ritalin. Unverzichtbar für den Behandlungserfolg sind zusätzliche psychotherapeutische Maßnahmen.

Sollten bei einem Kind ADHS-Symptome entdeckt werden (Symptomkatalog siehe unten), ist den Eltern dringend anzuraten, sich von ihrem Hausarzt an einen Kinder- und Jugendpsychiater oder einen ADHS-erfahrenen Kinderarzt überweisen zu lassen. Dieser wird anhand gründlicher Untersuchungen eine Diagnose erstellen und gegebenenfalls die Therapie einleiten.

Eine angemessenen Behandlung ist sowohl für das Kind als auch für die gesamte Familie enorm wichtig. Bleibt sie aus, resultieren daraus meist Agressivität, Leistungsverweigerung in der Schule und/oder Depressionen bei den Betroffenen.

Die Eltern fühlen sich aufgrund der Erkrankung ihrer Kinder oft ohnmächtig oder überfordert und können wegen ihrer kleinen „Störenfriede“ nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen.

Symptome

Das Kind

  • ist impulsiv, ungeduldig oder unruhig

  • ist leicht ablenkbar, hektisch und unkonzentriert

  • ist unaufmerksam und vergesslich

  • befolgt Anweisungen der Eltern und Lehrer oft nicht

  • beendet angefangene Tätigkeiten (Spiele, Hausaufgaben) oft nicht

  • macht häufig Leichtsinnsfehler

  • hat Probleme damit sich beim Spielen leise zu verhalten oder stört andere Kinder dabei

  • kann im Unterricht oft nicht abwarten, bis es an die Reihe kommt und redet häufig dazwischen

  • hat Schwierigkeiten leserlich zu schreiben

  • kann nur schwer Freundschaften aufbauen

  • macht oft Dinge kaputt

  • hat häufig Unfälle beim Spielen

  • hat keine Angst vor gefährlichen Aktivitäten


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